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Lesen im Mondschein

Man konnte kaum glauben, dass sich am Donnerstagabend, dem 25. Januar, knapp 60 Fünftklässler in den Klassenräumen verbargen, so still war es auf den Fluren. Nur die eine oder andere leise Stimme war zu vernehmen, die von rätselhaften Kriminalfällen, geheimnisvollen Antiquariaten oder verzauberten Rabenvögeln erzählte. Wer eine Tür vorsichtig öffnete, sah gebannt lauschende Kinder, auf Decken oder Kissen liegend und nur ab und zu an einer Salzstange knabbernd.
Das dritte Mondscheinlesen, wie es ab jetzt genannt wird, fand in diesem Schuljahr erst im Januar statt, was der Begeisterung bei den Beteiligten keinen Abbruch tat. „Vorleser“ waren diesmal wieder Schülerinnen und Schüler des zehnten bis zwölften Jahrgangs, ergänzt durch die Lese-AG „Die Bücherwürmer“ von Frau Hieret sowie durch Herrn Hetzer. Vielen Dank an alle für dieses tolle Engagement.
Auch die Organisation der Klassenlehrerteams war gefragt, wurden doch im Vorfeld ganze Buffets aufgebaut, um ein gemütliches Abendessen zu gestalten. Die gemeinsame Einführung, bei der die Fünftklässler Figuren aus Kinder- und Jugendbüchern erraten sollten, zeigte ebenfalls ein beeindruckendes Engagement aller – auch wenn „Conni mit der roten Schleife“ nun wirklich schwer zu erraten war, ganz im Gegensatz zu „Superman“, bei dem eine emporgereckte Faust ausreichte.
Von Schülern und auch Eltern hörte man später den Wunsch, dies doch öfter, vielleicht sogar einmal im Monat, abzuhalten. Dies wird wohl schwer machbar sein, aber einmal im Jahr wird das Mondscheinlesen weiterhin für nervöse Stille, gebannt aufgerissene Augen und aufgeregtes Gekicher sorgen.