Das Gymnasium Kleine Burg und die Kommunale Schulsozialarbeit gehen bei der Aufarbeitung
der Pandemie für junge Menschen neue Wege

Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Gymnasiums Kleine Burg gehen am Freitagnachmittag gerne in die Schule. Wer sich jetzt fragt, wie man Jugendliche dazu bekommt, zu solch unüblichen Zeiten die Schule aufzusuchen, bekommt die Antwort von Janna Schmidt, Initiatorin des Projektes und kommunale Sozialarbeiterin vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie: „Ich wollte eine Möglichkeit für die Schülerinnen schaffen, um sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen, wieder miteinander in Verbindung zu treten und die in den letzten Monaten zwangsweise einzuhaltende Distanz wenigstens emotional zu überwinden.“

Janna Schmidt ist seit dem 01.03. Kommunale Schulsozialarbeiterin am Gymnasium Kleine Burg. Insbesondere Schülerinnen mit Bildungshürden werden von ihr beraten und begleitet. Gute
Schulabschlüsse und die Vermeidung von Schulabbrüchen sind das zentrale Ziel der Kommunalen
Schulsozialarbeit. Sprache als zentraler Bestandteil des Bildungserwerbs führte sie zum Projekt
„Rapflektion“ des Musikers und Pädagogen Carlos Utermöhlen. Sein Ziel: Jugendlichen eine
Möglichkeit an die Hand zu geben, mittels Musik und eigenen Texten ihre Befindlichkeiten zum
Ausdruck zu bringen.
Das Projekt fand über den Zeitraum von vier Wochen innerhalb und außerhalb des Unterrichts
statt. Alle drei 9. Klassen des Gymnasiums Kleine Burg, insgesamt an die 90 Schülerinnen, nahmen im Rahmen ihres Musikunterrichts an diesem Projekt teil, welches von der Musiklehrerin Janet Pfob und Rapper Carlos Utermöhlen angeleitet wurde.

Nicht alle wollten singen, aber jeder von ihnen setzte sich in diesem Rahmen mit den eigenen
Gefühlen auseinander, fasste sie in Worte und kam wieder in Verbindung zu den Mitschülerinnen. Anfängliches Zögern („Bin ich die Einzige?“), sich freitags nachmittags noch einmal in die Schule zu begeben, um dort zusammen mit Carlos und anderen eigene, sie selbst betreffende Texte zu rappen und im gemeinsamen Beat zu einem vereinbarten Ziel zu gelangen, wich schnell allgemeiner Begeisterung und Hingabe. Zumal Carlos Utermöhlen den Schülerinnen „viel Talent“
im Schreiben und Rappen eigener Texte bestätigte.


Seinen Abschluss fand das Projekt im professionellen Tonstudio, in dem die Texte endlich zu
vollständigen Songs wurden. Ein externer Lernort, an dem die Schüler*innen am eigenen Leib
erfahren, wie die Musik entsteht und der ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Stimme zu erheben und
kundzutun, was sie in den letzten Monaten erlebt und vermisst haben.
Sie haben viel nachzuholen. Auch freitagnachmittags.

 

Zum Foto:
Schülerinnen des Gymnasiums Kleine Burg während der Gruppenarbeit auf dem Schulhof

Zitat einer Teilnehmerin:
„Als ich anfangs von dem Projekt gehört habe, war ich mir echt unsicher, ob es Spaß machen würde. Und das Projekt hat mich auf jeden Fall im Positiven überzeugt. Es machte viel Spaß eigene „Songtexte“ zu erfinden und als Gruppe diese Texte letzte Woche Freitag zusammenzutragen. Wir haben uns alle total gut verstanden und das hat einfach perfekt zusammengepasst. Ich bin nun sehr neugierig, wie es im Tonstudio sein wird und freue mich darauf.“ Zoe, 9a


Kontakt:
Janna Schmidt
Kommunale Schulsozialarbeit
Gymnasium Kleine Burg
Telefon: 0531 470 8683
Mobil: 01516 5575549
E-Mail: janna.schmidt@braunschweig.de

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